Profi Grill (von Currywurst-Legende Raimund Ostendorp)

3.11.2018 – Pilgerreise in den Ruhrpott.

Mystifizierend schwebt über meiner Currywursttestreihe – wer es noch nicht gemerkt haben sollte – die berühmte #Currywurst vom #ProfiGrill in Wattenscheid, betrieben vom ehemaligen Sterne-Jungkoch Raimund Ostendorp. Vor etlichen Jahren habe ich dort einmal ein zugegebenermaßen sehr gutes Wursterlebnis gehabt. Nun… dieses musste jetzt nach – staune und höre – 50! getesteten Phosphatstangen nochmals aufgefrischt und überprüft werden. Na ja, außerdem namen wir – ich war glücklicherweise in Begleitung eines Freundes – noch den 3:1-Sieg von #S04 gegen #H96 in der #Veltinsarena mit. 😉 Zum Fußball sollte man einfach nicht allein gehen…

Erster Eindruck? Der Profi Grill liegt direkt an der etwas trostlos wirkenden Bochumer Straße in Bochum-Wattenscheid. Bochumer Straße in Bochum? Klingt komisch? Ist aber so. Das liegt vermutlich daran, dass Wattenscheid, vormals eine blühende und eigenständige Kleinstadt, 1975 in das Stadtgebiet von Bochum eingegliedert wurde. Häh? Genau, das erklärt warum es jetzt in Bochum eine Bochumer Straße geben kann. Ich müsste in Mainz mal suchen gehen, da müsste es eigentlich Dutzende von Mainzer Straßen geben bei der Menge an eingemeindeten Dörfern. Nee, ist klar – „es kann nur eine(n) geben“.

Nun aber zurück zum Profi Grill. Dieser ist ein ehrlicher und unscheinbarer Imbiss, der auf jegliches Schischi verzichtet. Verantwortlich ist dort seit nunmehr 27 Jahren Raimund Ostendorp, der sogar einen eigenen Wikipediaeintrag besitzt. Kurt Kotzlowski führte den Imbiss übrigens bis dahin. Dort gibt es ein breites Angebot, das von Currywurst über Schnitzel bis zu Burgern reicht – Hauptsache Fleisch. Im Imbiss selbst ist Platz für 4-5 Tische (Eiche rustikal), die auch alle besetzt waren, außerdem herrschte stetes Laufkundschaftgewusel – sehr viel los dort.

Wir ergatterten glücklicherweise noch zwei Plätze und bestellten 2x Currywurst mit Pommes Spezial und 2 Fiege. Kostenpunkt: Currywurst je 2,50 Euro, Pommes Spezial je 2,40 und die Flasche Bier gab’s für 1,80 Euro. Ziemlich ehrliche Preise. 🙂 Den Tisch teilten wir mit einer jungen Familie, die, wie wir erfuhren, unweit vom Imbiss eine Tanzschule betrieb. Wir erfuhren auch, dass Raimund Ostendorp seine Saucen täglich frisch kochen würde. Aha…

Wie hat’s geschmeckt? Ja wie hat’s gemundet? So gut wie in meiner Erinnerung? Die Wurst war ok. Sie war weder brillant noch sehr gut. Sie war definitiv richtig gebraten, heiß war sie auch – die Konsistenz war nicht so gut. Die Phosphatstange war labbrich und geschmacklich nix besonderes. Schade. Entzaubernd. Und die Currysauce? Fad – kaum Curry. Lediglich die Sämigkeit war ok. Leide ich etwa an Vergangenheitsverklärung? 😉 Currypulver war da, ok. Die Pommes Frites waren leider auch nur Durchschnitt und die Zwiebeln kamen in Ringen mit übermäßig viel Spezialsauce – zu viel Sauce. Am Ende schwamm irgendwie alles in einer riesigen Saucentunke. Mann, Mann, Mann. Das Ambiente und Flair vom Profi-Grill ist hingegen unschlagbar. Hier ist alles ehrlich, keiner will mehr sein, als er ist, die Preise sind einfach fair und die Zusammensetzung der Kundschaft ist ein Querschnitt durch die Bevölkerungsstruktur des Ruhrpotts.

profigrill

Fazit? 16 Punkte! Gestern hätte ich noch auf 25 (von 25 möglichen) Punkte getippt. Tja, wieder einmal wurde ich Opfer einer Entzauberung. Der Profi Grill als solcher ist wirklich der Knaller – die Tischdeko war übrigens ein Stillleben aus zusammengeklebten schwarzen Nudeln. 🙂 Na ja… vielleicht hatte Raimund Ostendorp beim Currysaucenkochen auch einfach nur einen schlechten Tag? Wer weiß…

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