Rosy’s kleine RAST – gut speisen zwischen Zement- und Autohandel

15.02.2019 – Zeit mal wieder das C-Wurstangebot der EbschSeit unter die Lupe zu nehmen. Und so verbrachte ich meine Mittagspause im Imbiss mit dem schönen Namen Rosy’s kleine RAST im Wiesbadener Stadtteil Amöneburg. Ein klassischer Imbiss, gelegen an einer viel befahrenen Straße, umgeben von KFZ- und anderem Gewerbe. Ich bestellte dort einmal Bratcurry mit Fritten für 5,20 Euro…

Erster Eindruck? Ich teilte mir den Imbissvorraum mit zwei anderen Gästen. Beides Männer kurz vor der Rente und gekleidet in KFZ-Werkstattmonturen. Diese führten mit dem Imbissmann – mindestens im gleichen Alter – eine lautstarke Unterhaltung. Themen waren abwechselnd die bevorstehende Fastnacht, die schmalen – und deshalb gefährlichen – Fahrradwege an der Wiesbadener Landstraße und die Tatsache, dass der Führerscheinerwerb 1963 verglichen mit heute sehr viel einfacher war. In die Gespräche wurden immer mal wieder derbe Zoten eingeflochten. Dennoch oder deshalb hielt es wohl einer der beiden Gäste eher katholisch und aß einen Backfisch an Kartoffelsalat, der andere nahm ein flüssiges Mahl ein. 😉

Der Imbiss bestand aus einem Bungalow, der vielleicht in seinem ersten Leben ein Werkzeugschuppen war, aber seit bestimmt einem halben Jahrhundert um einen wintergartenartigen Vorbau reicher war. An einer gut lesbaren Stelle hing ein Zettel, auf dem sich der Imbiss für die erste Preissteigerung seit 6! Jahren bei seinen Kunden und -innen entschuldigte. Begründung: Preissteigerung der Zutaten und Beibehaltung der hohen Qualität der Speisen. Sehr sympathisch.

Ziemlich zügig erhielt ich meine Portion Bratcurry mit Fritten, angerichtet auf einem weißen Keramikteller und dazu noch ein Brötchen. Ich stellte mich an den Tresen, der rundum an der Scheibe des „Wintergartens“ verlief, und speiste mit offenen Ohren und dem Blick nach draußen.

Alles in allem also astreine Bedingungen für ein gelungenes Wurst-Imbiss-Erlebnis….

Rosisrast

Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst schmeckte. Sie schmeckte durchschnittlich und zeichnete sich nicht durch ein Alleinstellungsmerkmal aus. Sie hatte ein weißes Brät mit einem geringfügigen Kräuteranteil und war solide gebraten. Also, eine ehrliche Imbisswurst. Die Currysauce schmeckte mir außerordentlich gut – sie schien selbst gekocht zu sein und besaß neben der Tomatig- auch einen Hauch von Fruchtigkeit. Schärfe besaß sie nicht. Mit dem gelben Pulver wurde hier nicht gegeizt – zum Glück wirkte sich dies jedoch nicht auf den Geschmack (Bitterkeit) oder das Essvergnügen (Curryklumpenbildung im Mundraum) aus.

Die Beilage in Form von Fritten und Brötchen war ok. Die Pommes Frites waren gut frittiert, schmeckten auch kartoffelich, waren aber nix besonderes. Vom Schnitt her eher klassisch, gute Durschnittspommes. Und die Lokalität? Einfach spitzenmäßig. So muss ein Imbiss aussehen – altbacken und ein wenig ramschig, aber nicht zu sehr – gerade so, dass das Ambiente von einem morbiden Charme dominiert wird. Die drei älteren Herren trugen dazu auch das ihnen möglichste bei. Bravo die Herren. Mich würde jetzt nur noch interessieren wer denn nun die Rosy war…

rosisrast

Fazit? Bei Rosy’s kleiner RAST erhält man m.M.n. ein ordentliches Wursterlebnis mit Knüppel mit Gerümpel für 5,20 Euro. Wer auf ein Bauambiente mit morbidem Charme steht und auch mit Einheimischen in Kontakt kommen möchte, dem sei ein Besuch auf der Ebsch Seit geraten. Mit 18 (von 25 möglichen) Punkten kratzt der Imbiss gerade so an der 3-Würstchen-Kategorie, ohne diese jedoch zu erreichen – das ist schon ganz ordentlich…

Rosisrast

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