Camping Grill – Solidarische DGB-Jubiläumswurst (die 100 vollgemacht…)

1. Mai 2019 – „Der Erste Mai wird als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch als Maifeiertag bezeichnet. Er ist in Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Belgien, Teilen der Schweiz und in vielen anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag. […]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der 1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag. Das Reichsgesetz vom 10. April 1933 benannte ihn als „Tag der nationalen Arbeit“. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften in Deutschland gleichgeschaltet, die Gewerkschaftshäuser gestürmt und die Vermögen beschlagnahmt. Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch eine Gesetzesnovelle zu einem „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ erklärt.“ (Quelle: Wikipedia)

Soviel zur geschichtlichen Einbettung. Die Anfänge nahm der Feiertag allerdings bereits 1919 in der jungen Weimarer Republik – wer will kann es nachlesen. Geschichte ist spannend und deren Verstehen hält vom Wählen der AfD ab, ganz bestimmt.

Also nun zur Wurst. Es ist der 1. Mai – also geht’s mit der Familie zur DGB-Kundgebung. Ist natürlich praktisch wenn man in einer Landeshauptstadt wohnt, so ist der Weg kein weiter und die Kinder können ohne Probleme mitgenommen werden.

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Die Veranstaltung ist recht gut besucht – Kaiserwetter. 😉 Erst lauschen wir Dietmar Muscheid, dem Vorsitzendem der DGB Rheinland-Pfalz und Saarland und dann noch unserer Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Beide bekennen sich zu guten Arbeitsbedingungen, der Chance des digitalen Wandels und zu einem gemeinsamen Europa. Außerdem gibt’s Getränke und Phosphatstangen.

Erster Eindruck? Hier gibt es doch wirklich einen recht gut sortierten Schnellimbiss. Und während die Ministerpräsidentin den traditionellen Schulterschluss mit den Gewerkschaften bekräftigt reihe ich mich in die Schlange vorm Camping Grill ein und erhalte als Belohnung für 6 Euro eine Bratcurry mit Fritten.

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Der Grillmeister und seine Gehilfin bzw. Bratmeisterin haben alle Hände voll zu tun – sie teilen sich mit einem orientalischen Kulturverein und den Leuten des Schlossbiergartens das Verköstigungs-Monopol. Also ran an den Trog…

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Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst schmeckt nicht besonders gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Sie ist handwerklich gut gebraten. Das passt irgendwie, dennoch finde ich sie langweilig. Die Currysauce ist vermutlich nicht selbstzubereitet, sondern irgendein Großmarktprodukt – mir gefällt allerdings die Schärfe, die der Sauce wieder ein wenig Pep gibt.

Nett anzuschauen ist natürlich auch das gelbe Currypulver. Es gehört einfach dazu. Dass es sich irgendwie geschmacklich einbringt merke ich nicht. Egal – habe ich auch nicht anders erwartet.

Die Pommes Frites sehen nett aus – regular cut. Soweit so gut. Sie sind allerdings krass überwürzt. Definitiv versalzen und mit zuviel Frittengewürz gepudert. Ich habe sichtlich Mühe die Fritten aufzuessen – mein Sohn gibt bereits nach einigen wenigen Kartoffelstäbchen auf und flüchtet sich in eine eskapistische Hingabe seines Schnullers. Na ja.

Die Lokalität ist natürlich nicht zu toppen. 1. Mai – sonnenverwöhnter Liebfrauenplatz am Rande des Mainzer Doms – die charismatische Malu Dreyer am Mikro – und ringsum überall Stände von den verschiedensten Gewerkschaften…

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Fazit? 15 (von möglichen 25) Punkte für die Jubiläumswurst. Heute habe ich die 100 voll gemacht – zwar nicht alle in Mainz und Umgebung, dafür aber alle mit eigener Rezension. Diese Wurst war zwar nur Durchschnitt, dafür ist aber der Rahmen der DGB-Kundgebung ein besonderer. Es ist enorm wichtig, dass wir uns über Arbeit, deren Bedingungen, Notwendigkeiten und Wertschätzung in unserer Gesellschaft, Gedanken machen.

Nebenbei – ich bin für die Einführung der 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, da ich der Ansicht bin, dass man in 40 Stunden nicht wesentlich mehr erarbeitet und die Differenz von 10 Stunden sinnvoller in Zeit mit seiner Familie, insbesondere mit seinen Kindern verbringen sollte. Sollte man keine Kinder haben, findet man sicherlich einen anderen für sich persönlich positiven Ausgleich.

Vermutlich würden alle Menschen dadurch ausgeglichener sowie umgänglicher und netter werden. Die politische Ansage wäre dann: 30-Stundenwoche profilaktisch gegen Wutbürgertum, AfD und Pegida. Die Welt könnte so zufriedener werden. [Diese politische und gesellschaftsanalytische These erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit;-)]

Auf die nächsten 100 Currywürste!!!

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