Extra Würste 56 – oder wie man sich das Wort Extra tatsächlich verdient

23.04.2019 – Mal wieder in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt unterwegs. Nachdem ich hier bisher nur Bockwursterfahrungen gemacht habe (siehe THW Kiel), gebe ich der Currywurst noch einmal eine Chance, mich begeistern zu können. Ich bin einfach kein Freund frittierter Bockwürste. Auf der Holtenauer Straße entdecke ich zufällig den Imbiss EXTRA WÜRSTE 56, der auf einem überdimensionierten Pommespiekser mit dem Slogan „Kiels beste Currywurst“ wirbt. Das Mittagessen ist gerettet…

Erster Eindruck? Hip schaut er aus der Laden von außen – eingeklemmt zwischen einem Reformhaus und einem Obstgeschäft. Auf der Gasse steht eine Obstverkäuferin und preist lautstark ihre Waren an – sehr fein. Innen schaut der Laden ebenfalls hip aus – muss ja nicht schlecht sein.

Und dann werben auf einmal völlig gegensätzliche Gefühle um ihre Gunst bei mir – Überforderung, Neugier, der Drang wieder rauszugehen und der im Laden bleiben zu wollen. EXTRA WÜRSTE 56 agiert ähnlich dem mich überfordernden Subway-Prinzip – die Wahl der Qual. Die Wahl aus einer Palette verschiedener Würste (Rind, Schwein, Brat, Koch, Bio oder Vegan und bestimmt noch mehr), verschiedener Saucen, Schärfegraden und Beilagen auszuwählen.

Während mir der Kopf schwirrt und meine Gedanken damit beginnen sich im Kreis zu drehen, scheint der nette Verkäufer meinen Zustand zu erkennen und reicht mir den rettenden Strohhalm, indem er mir zum Tagesmenü rät.

Dieses Tagesmenü besteht aus zwei Bratwürsten mit einer Scheibe Bauernbrot, sowie einem Rote-Bete-Salat (hätte wahlweise auch ein anderer sein können – Ahh!) und einem Stampf aus Kartoffeln und Pilzen. Als Krönung gibt es noch ein Dessert. Kostenpunkt 8 Euronen. Ich beschließe mir auch noch ein Flens zu gönnen…

Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst ist wirklich eine Bratwurst – zwar ein bisschen klein, aber dafür sind es ja zwei. (-: Nicht so wie die ansonsten übliche norddeutsche Bockwurstvariante. Das Brät hat eine schöne Farbe und eine mittlere bis feste Beschaffenheit und wirkt auch recht fein gewürzt. Lecker.

Die Currysauce haut mich schlichtweg vom Hocker. Die Sauce kommt teils tomatig, fruchtig, curryig, ein wenig scharf und aus allem abgestimmt daher. Eine wahre Geschmacksexplosion. Einfach toll.

Das Currypulver dient wie so oft der Zierde und bietet wenig mehr als eine schöne Zierde. Die Beilage unterscheidet sich erheblich von der klassischen Variante, den Fritten. Ich muss beim Bestellen verloren ausgesehen haben, als ich erfuhr, dass es hier gar keine Fritten gibt.

Anstelle klassischer Fritten gibt es einen Brei aus Kartoffeln, Pilzen und viel Butter – einfach köstlich. Spätestens seit ich Kinder habe, kann ich einem vernünftig zubereiten Kartoffelbrei viel abgewinnen. Super Handwerk. Weiter kann ich einen aus ca. 4-5 Salaten wählen. Ich nehme die den (rohe) Rote-Bete-Salat. Eine gute Wahl – ich stehe sowieso auf rohe rote Bete.

Der Laden ist von innen schön hergerichtet. Er unterscheidet sich optisch schon sehr von klassischen Schnellimbissen – das will er auch. Die Optik erinnert eher an diese, wie Pilze aus dem Boden schießende, modernen kleinen Burgerläden. Viel Holz – das gefällt mir und der Wurstbräter ist auch noch ganz nett und sympathisch…

extrawuerste56

Fazit? Wer in Kiel eine gute Phosphatstange mit Gerümpel sucht, sollte unbedingt EXTRA WÜRSTE 56 aufsuchen. 21 (von 25 möglichen) Punkte suchen ihresgleichen. Hier gibt es Schnellimbissgastronomie der Spitzenklasse. Nix wie hin – ihr lieben Kieler!

Extrawürste

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