EssWas – oder Silbereisen Strikes Back!

Kurz vor knapp – oder gerade noch so eine Wildschweinbratcurrywurst mit belgischen Fritten ergattert. Zum Hintergrund: In Mainz gibt es seit nunmehr über 40! Jahren die sommerliche Programmreihe „Mainz lebt auf seinen Plätzen„. Einer dieser Plätze ist alljährlich der Karmeliterplatz. Hier werden auf einer, eigens für diese Programmreihe aufgestellten, Bühne nachmittags Theater-, Clown- und Musikstücke für Kinder und Abends kleinere Konzerte und sonstige kulturelle Angebote veranstaltet.

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Bis letztes Jahr war hier auch immer der Speisewagen vom Imbiss No.1 anzutreffen. Leider gibt es den Imbiss nicht mehr, wir erinnern uns noch an den Nachruf. An dessen stelle findet sich dieses Jahr der Imbisswagen EssWas. Und was muss ich feststellen? Holger Silbereisen, der ehemalige Betreiber des Imbiss No.1, weilt noch unter den Wurstbrätern. Welch Glück. Er hat einfach seinen Speisewagen umdekoriert und betreibt nun mehr ausschließlich das Geschäft eines fliegenden Schnellimbisses – also Catering und Jahrmärkte…

Erster Eindruck? Der alte Speisewagen hat mir optisch besser gefallen. Das helle Grün, das mich irgendwie immer an hello fresh und so’n Zeugs erinnert ist gewöhnungsbedürftig. Immerhin gibt es ein Flammenmuster, wie man es heutzutage an vielen Grillwagen findet (bspw. gibt es die auch beim Feuerkessel). Einiges los hier zur Mittagszeit. Direkt vor mir stehen drei Amis – vermutlich G.I.-Veteranen – und bestellen sich unisono Bratwurst-Carpaccio und fiebern deren Entgegennahme mit glänzenden Augen entgegen – sehr drollig der Anblick.

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Ich bestelle dat gleiche, allerdings auf Wildschweinwurstbasis. Holger Silbereisen fragt noch, warum ich mir den feinen Wildgeschmack mit Curry kaputtmachen möchte. Egal, ich winke ab und sage, das passt schon. Ich lege 6,50 Euro auf den Tresen…

Wie hat’s geschmeckt? Anstelle der obligatorischen Schweinebratwurst nehme ich diesmal eine Wildschweinbratwurst. Das hat mir bei Glöckner’s Wurstbraterei schon sehr gut geschmeckt. Allerdings frittiert Holger Silbereisen die Wurst. Auf Nachfrage gibt er an, dass es a) viel schneller gehe als die Wurst zu braten (ca. 15 Minuten) und b) der Wildgeschmack besser zur Geltung käme. Hm, wieder was gelernt.

Die Wildschweinbratwurst schmeckt mir ausgezeichnet. Toller Geschmack und prima Beschaffenheit. Die Currysauce weist eine feine Currynote sowie einen feinen Hauch Schärfe auf und ist nicht zu flüssig. Es hätte lediglich etwas mehr sein dürfen. 😉 Das Currypulver ist nicht wirklich aufdringlich und natürlich als Dekogegenstand ganz famos.

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Die Sättigungsbeilage – also die belgischen Fritten sind prima. Zwar nicht so gut, wie die im vergangenen Jahr. Diese hatten diese Panade aus Maisstärke, was zu einer besonderen Knusprigkeit führte – was schon sensationell war. Holger Silbereisen erklärt mir aber, dass die enorme Mengen an Frittierfett verschlingen und es sich dann für einen Imbiss einfach nicht rechnet. Die „neueren“ belgischen Pommes sind aber auch gut.

Die Location ist auch stimmig. Der Imbisswagen sieht zwar in grün nicht mehr ganz so cool aus wie der alte Speisewagen, aber die Rahmung durch den Standort am Karmeliterplatz ist einfach sehr schön. In der Zeit der Programmreihe „Mainz lebt auf seinen Plätzen“ kann man also im Schatten der Gedächtniskirche St. Christof stimmungsvoll einen sehr guten Knüppel mit Gerümpel essen…

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Fazit? Was soll ich sagen? 17 (von möglichen 20) Punkte. Hier bekommt man ein ganz feines Wursterlebnis. Bleibt noch festzuhalten, dass es schade ist, dass es den Imbiss No.1 nicht mehr stationär gibt…

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