Eulchen Schlossbiergarten – Petry Heil?

Mainz – Deine Biergärten. Ja, wo sind sie? Ganz so schlimm ist es nicht, hie und dort findet man dann doch einen. Seit einigen Jahren gibt es nun schon im Hof des Kurfürstlichen Schlosses einen Biergarten. Dieser ist recht schön, es gibt neben einem Brunnen mittlerweile sogar eine Bühne für Kleinkunst, an der auch in Corona-Zeiten musiziert wird. Fischen kann man meines Wissens nach noch nicht im Brunnen, somit erübrigt sich das „Wortspiel“ eigentlich. Egal. 😉

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Derzeit wird der Biergarten von den Eulchen-Craftbeer-Leuten betrieben. Dieser sog. Eulchen-Biergarten bietet seit diesem Sommer neben Flammkuchen und überteuerten Brezeln auch was an? Natürlich Currywurst! Und von wem? Von der Metzgerei Petry aus Bingen! Man möchte meinen hier expandiert ein Metzger aber gewaltig. Folgende Imbisse sind mir bekannt und wurden von mir besucht:

Dieser Biergarten ist Teil des neuen Alternativkonzepts der Mainzplus Citymarketing GmbH, die sonst die Konzertreihe „Summer In The City“ veranstaltet. Coronabedingt geht dies aber nicht. Also haben sie ihre 2 „KulturGärten“ eröffnet – einen hier im Kurfürstlichen Schloss, den anderen im Biergarten des Waschhaus (KUZ) am Winterhafen. Fast täglich finden kostenlose Konzerte statt…

Erster Eindruck? Corona macht auch vor Biergärten nicht halt und so muss man sich am Eingang mit seinen Daten verewigen und den Mundschutz bis zum Seating am Tisch anlassen. Was aber eine nette Nebenerscheinung der Corona-Pandemie ist, dass es auf einmal einen Service gibt, der die Getränke und Speisen an den Tisch bringt und sogar am Tisch kassiert. Das gab es vormals nicht, da war alles auf Selbstbedienung ausgelegt – eine, wie ich finde, nicht überall passende Ausdrucksform des rücksichtslosen neo-liberalen Zeitgeistes. Irgendwann wurde der Service gestrichen und dem Kunden suggeriert, dass er das alleine genauso gut können muss. [Irgendwie erinnert mich das gerade an den Song An das Publikum von Advanced Chemstry:

[Nach einem Text von Kurt Tucholsky, wenn ich mich nicht irre – hat aber nur bedingt mit dem Thema zu tun. Ist aber ansonsten ein knorke Song und regt zum Nachdenken an.]

Zurück zum Neo-Liberalismus: das beste daran ist, der fehlende Service muss so nicht vergünstigend auf die Preise angerechnet, also abgezogen werden, sondern kann als – quasi – Reingewinn ins Unternehmen fließen. Hm, merkste? Es gewinnt doch immer der Herr, bzw. die Frau Unternehmer/in. Da gucken die Kunden dumm aus der Wäsche und die Servicekräfte stehen auf der Straße. Aber! Die Kunden merken es nicht, sie freuen sich über ihre gewonnene Gestaltungsfreiheit. 😉

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Aber ja, abgeschwiffen. Der Biergarten liegt so, dass ich zum Feierabend mit KollegInnen noch etwas trinken gehen kann – der Biergarten öffnet um 16:00 Uhr und gegen 17:30 Uhr ist noch viel frei. Das ändert sich im Laufe des Abends, so dass es gegen 19:30 Uhr keinen freien Tisch mehr gibt. Und dies ist in Mainz an sich kein Problem – da kommt man sonst und setzt sich dort dran, wo noch ein Plätzchen frei ist. Nicht aber in Corona-Zeiten, das geht nicht mehr. Das müssen die Mainzer erst mal verinnerlichen. Hm, auch egal – der Mensch ist erfahrungsgemäß anpassungsfähig. Ich bestelle mir für stolze 7,50 Euro eine Portion Currywurst aus der Bratwurst mit Fritten ohne Mayo. Zum Vergleich, beim Petry-Imbisswagen in Hechtsheim kostet der gleiche Spaß 5,20 Euro…

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Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst schmeckt einfach so wie man sich eine Bratwurst wünscht. Sie ist prima gewürzt – bisschen Pfeffer, bisschen Salz plus die anderen herkömmlichen Bratwurstgewürze. Die Beschaffenheit ist bombe und die Pelle schön kross. Der Herr oder die Frau Wurstbrat macht einen famosen Job. Danke.

Die Currysauce schmeckt mir auch gut, die Konsistenz ist leicht sämig und ziemlich homogen – keine Bitterstoffe und die Tomate ist nicht aufdringlich, keine Schärfe. Das Curryaroma kommt so voll zur Geltung. Fein.

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Die Fritten schmecken durchschnittlich. Immerhin sind sie durch, schmecken nach Kartoffel und besitzen sogar eine annähernd goldene Farbe. Sehr schön anzuschauen.

Die Lokation ist wirklich sehr nett. Es gibt drei Ausgaben, zwei sind in alten Frachtcontainern untergebracht. Der Metzgerswagen ist halt Petry. Das mit dem Style und so könnte die Metzgerei noch lernen, gerade in Nachbarschaft zum Eulchen und dem N’eis – dem Neustadteis, das hier auch noch einen Stand hat. Ist halt ehrlicher Imbiss-Style…

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Fazit? Toller Biergarten, tolles Bier – das Pale Ale schmeckt und Petry’s Currywurst ist einfach sehr gut. Ich denke, hier haben wir eine wirkliche Bereicherung für die Mainzer Biergarten-Szene…

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