Mole-Biergarten – oder auch Currywurst und die Leute vom Film

Mittagspause mit Hanswurst. Er will unbedingt an den Rhein in einen Biergarten. Ok. Und selbstverständlich will er auch Currywurst essen. Auch ok. Also fahren wir schnell mit dem Rad zum Mole-Biergarten am Winterhafen, unweit des übelst überschätzten Bootshauses. Hoffentlich sind die Fritten hier aus Kartoffeln und nicht aus Stein…

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Erster Eindruck? Nett hier, das Wetter auch. Nachdem wir uns den Platz frei wählen konnten – zum Glück im Schatten, warten wir auf die Bedienung. Derweil haben wir ordentlich Zeit uns ein wenig umzuschauen. Der Biergarten ist recht schick aufgemacht, das spiegelt sich auch ein wenig im sonstigen Publikum wieder – Hanswurst sticht hier eindeutig aus der Maße heraus, nicht zuletzt auch seiner Würstchen-Boa wegen. 😉

Fortschritt. Hier gibt es sogar die Möglichkeit seine/ihre Daten digital via QR-Code-Gedöns abzugeben, leider besitzt unser Tisch weder einen QR-Code-Aufkleber noch eine Tischnummer. Wir schreiben also unsere Daten analog auf und beschreiben die Lage des Tisches, also der ohne Nummer, der eingeklemmt zwischen den Tischen 3, 2 und 4 ist.

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Der Service arbeitet aus zwei Containern heraus, einem fürs Essen und einem fürs Trinken. Allerdings sind für den Biergarten, der nicht schlecht besucht ist, nur zwei junge Frauen im Service beschäftigt und die sind nicht wirklich auf Zack, die eine will anscheinend nicht, die andere kann nicht. Doch da! Auf einmal steht ein Mann neben unserem Tisch und fragt, ob wir schon bestellt hätten. Also sollen es zwei Currywürste mit Twister Fries sein. Kostenpunkt: je 7,90 Euro.

Da sehen wir ein Filmteam, das dabei ist Aufnahmen des Biergartens zu machen. Hanswurst bringt sich gleich in Pose, da er davon ausgeht, dass das Filmteam von seinem Testbesuch erfahren hat und nun hier sei, um ihn a) beim Currywurstmümmeln zu filmen und b) ihn zu seinen letzten über 200 getesteten, verdauten und mit Format rezensierten Phosphatstangen zu interviewen. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Filmteam lieber „schnöselige Menschen“ (O-Ton – Hanswurst) beim Lachen und Anstoßen filmen will. Hanswurst ist außerdem Null-fotogen und Currywürste zu testen ist einfach mal ein Nischendasein. Das sollte er eigentlich nach 200 getesteten, verdauten und mit Format rezensierten Mantaplatten gerlernt haben. 😉 Currywurst interessiert einfach Niemanden!!! Merk’s Dir Hanswurst!!

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Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst schmeckt gut. Das Brät ist von sehr feiner Konsistenz und eher weiß. Das schmeckt auch dem Hanswurst. Er meckert allerdings gleich darüber, dass die Wurst hätte größer ausfallen können. Das finde ich nicht, mir ist die Wurst hingegen etwas zu fein ausgefallen, ich mag sie lieber gröber. Wir einigen uns darauf, dass sie im Grunde recht gut gelungen ist, sowohl im Geschmack als auch von der handwerklichen Seite aus betrachtet.

Die Sauce ist fruchtig und ein wenig scharf. Auch erscheint sie säuremäßig im Yin und Yang zu sein. Findet Hanswurst auch. Allerdings hatte Hanswurst bei der Bestellung extra darauf hingewiesen, dass genug Sauce auf den Teller soll, sonst hätte er sich noch Sour Cream dazu bestellt. Und jetzt reicht’s ihm nicht. Aber – na ja. Das Currypuver verleiht dem ganzen noch einen Hauch Schärfe, sehr gut. Ich mag ja das Fruchtige. 🙂

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Bei der Betrachtung der Beilage fängt Hanswurst gleich an zu maulen:

Hier gibt es gar keine richtigen Fritten. Was soll das denn sein. Lockenwickler aus Kartoffeln? Seh ich aus wie meine Oma? Und außerdem kann ich die eben sowenig wie die Wurst mit meinem Piekser essen. Schwach vom Universum!

Ich beginne gerade mich ein wenig für meine Würstchen-Boa tragende Begleitung zu schämen. 🙂 Also ich finde die Curly Fries kartoffelich. Lockenwickler kann ich jetzt so direkt keine rausschmecken. Gut frittiert sind sie, das ist doch was. Und die Form finde ich witzig. Die Pommesvariante ist zudem gut gewürzt. Das muss Hanswurst dann doch einräumen.

Die Lokation ist in Ordnung. Die Lage ist natürlich top am Anfang des Winterhafens. Das Ambiente ist auf gehobenes Publikum zugeschnitten, aus den Boxen ertönen dezent Club-Remixe – wer’s mag. Positiv – der Laden scheint teilweise integrativ zu arbeiten – einer der beiden Bedienungen ist das deutlich anzumerken. Sie ist überfreundlich, dafür ein bisschen langsam. Ich mag das, das finde ich auch an GPE so toll (vgl. Gasthof Grün oder Casino im Mainzer Rathaus)…

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Fazit? Wer gerne am Rhein in Biergärten sitzt und eine Currywurst essen möchte, der sollte hierher kommen. 7,90 Euro ist zwar ein stolzer Preis, aber immer noch halb so teuer wie das miese Pendant vom Bootshaus ein paar Meter weiter. Allerdings sollte man seinen Hanswurst lieber zu Hause lassen… 😉

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Wo?

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