Awesome Blogger Award – Ein Hanswurst fühlt sich geehrt

Liebe Currywurstfreundinnen und -freunde!

Dies ist mein Beitrag zum „Awesome Blogger Award“, für den (Hanswurst und) ich von Carax&VanNuys nominiert wurden. Vielen Dank Ihr Lieben. 🙂 Ich wusste gar nicht, dass es einen solchen Preis und dessen Nominierung gibt. Mithin nun leicht verspätet – die Nominierung ging im Mai raus – bedanke ich mich bei Euch dafür. Zwischenzeitlich dachte ich gar nicht mehr daran, aber meine liebe Frau fragte neulich, was eigentlich aus dieser Nominierung geworden sei. Und so setze ich mich sogleich an die Beantwortung Eurer Fragen… 

Über den Awesome Blogger Award:
„Dies ist eine Auszeichnung für die absolut wundervollen Schriftsteller auf der ganzen Welt des Bloggens. Sie haben hinreißende und wunderschöne Blogs, sind bezaubernd und liebenswürdig und finden immer einen Weg, dem Leben ihrer Leser Glück und Lachen zu verleihen. Das ist es, was einen großartigen Blogger wirklich ausmacht.“
Regeln, um Teil des „Awesome Blogger Award“ zu sein:
– Danke der Person, die Dich nominiert hat.
– Kennzeichne den Beitrag mit #awesomebloggeraward.
– Beantworte die Fragen, die Dir gestellt wurden.
– Nominiere mindestens 5 Blogger und informiere diese über ihre Nominierung.
– Gib ihnen 10 neue Fragen zur Beantwortung.

Hier nun zu den Fragen, die mir von Carax&VanNuys gestellt wurden:

1. Welches Buch würdest du gerne verfilmen lassen?
Beim Lesen der Frage musste ich gleich an das Buch Sommerfest von Frank Goosen denken. Das ist zwar keine Weltliteratur, vermutlich nicht mal ein großer Wurf, dennoch war ich beim Lesen und auch noch lange Zeit danach irgendwie positiv-melancholisch emotionalisiert. Eigentlich passiert handlungstechnisch nicht viel, der Protagonist kehrt nach längerer Zeit für ein Wochenende in seine Heimathood zurück um sein Elternhaus zu verkaufen, trifft dabei alte Freunde und Bekannte wieder und stellt sich dabei auch noch seiner alten Jugendliebe, über die er wohl noch nicht gänzlich hinweg ist. An diesem Wochenende stellt er sein bis dahin gelebtes Leben und die von ihm getroffenen Entscheidungen auf einen inneren Prüfstand. Und so weiter. Irgendjemand schrieb mal: „Ein Roman voller Wehmut und Tiefgang.“ Das trifft es wohl ganz gut.

Tja, und was finde ich bei der Beantwortung der Frage heraus? Das Buch wurde bereits 2016/17 verfilmt – von Sönke Wortmann. Allerdings weiß ich nicht mal, ob ich die Verfilmung wirklich sehen möchte. Ich weiß nämlich nicht, ob das etwas an meinem Verhältnis zum Buch bzw. der Geschichte verändern würde – zum guten oder schlechten…

2. Du darfst eine ZeitReise machen. Welche Epoche wählst du, und warum?
Kurz habe ich überlegt, ob sich eine Reise in die Vergangenheit lohnen würde, um bspw. Adolf Hitler irgendwie die Aufnahme an der Wiener Akademie der Bildenden Künste ermöglichen zu können. Vielleicht wäre er dann ein Kunstmaler geworden, bedeutend oder eben nicht. Hätte damit zumindest der 2. Weltkrieg vermieden werden können? Wer weiß? Oder noch weiter in die Vergangenheit, den 1. Weltkrieg verhindern? Aber wo ansetzen? Das Deutsche Kaiserreich nicht entstehen lassen? Bismarks Werdegang beeinflussen? Richard Trevithick von der Erfindung der ersten verwendbaren Hochdruckdampfmaschine abhalten? Es gibt viele Publikationen in den Geschichtswissenschaften, die einen unvermeidbaren Weg des 19. Jahrhunderts in die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts, skizzieren. Also wo soll man da mit einer Zeitreise kosmetisch eingreifen. Vermutlich gar nicht, da selbstverständlich ebenfalls die Auswirkungen auf die gegenwart bzw. Zukunft nicht abschätzbar wären. In der Nichtlinearen Dynamik nennt man das den Schmetterlingseffekt.

Stattdessen würde ich aber genauso wie der namenlose Zeitreisende aus H. G. Wells‘ The Time Machine in die Zukunft reisen wollen. Neben den immer wahrscheinlicher werdenden dystopischen aktuellen Entwicklungstendenzen (bspw. Point of no Return der Unumkehrbarkeit des Klimawandels oder dem vermehrten Auftreten von Pandemien) würde mich ein Blick in diese Zukunft, auch im Interesse meiner Kinder, durchaus reizen. Vielleicht kommt ja doch alles ganz anders…

3. Ein(e) WahrSagerIn. Liegt immer richtig. Welche Frage stellst du?
Klimaleugnen, Rechtsruck, Irre Präsidenten und Diktatoren, Verschwörungstheorien – das alles scheint auf die totale Selbstzerstörung hinauszulaufen…

Wenn es mit der Zeitreise (vgl. letzte Frage) nichts wird, dann hier meine Frage an den/die WahrSagerIn: Wird die Menschheit aussterben. Und wenn ja, wann?

4. So viel zu erleben. Welches Gefühl, welches du realistisch betrachtet nie fühlen wirst, möchtest du gerne einmal nachempfinden?
Ich habe die Schwangerschaften und Geburten meiner beiden Kinder als Beobachter miterlebt. Selbstverständlich habe ich meine liebe Frau stets dabei unterstützt, soweit ich es als Mann konnte. Gefühlt war das nicht sonderlich viel. Zwischenzeitlich überkamen mich auch Gefühle, dies ungerecht zu empfinden – warum sollen nur Frauen das Privileg erhalten, Kinder auf die Welt zu bringen. Selbstverständlich kann ich mich, objektiv gesehen glücklich schätzen, keinen hormongestörten Körper besessen zu haben. Ich kann mich noch gut daran erinnern als meine Frau davon berichtete, sie habe in der Schwangerschaft und auch noch in der Postschwangerschaft das Gefühl gehabt, nicht Herrin über ihren eigenen Körper zu sein. Man sieht also, es handelt sich hier um ein zweischneidiges Schwert oder weniger martialisch um zwei Seiten der gleichen Münze. Ein klarer Fall von Gefühl vs. Wirklichkeit. Dennoch…

5. Welcher Mensch wärst du gerne für einen Tag? Verrate uns gerne auch, weshalb! 
Vermutlich wäre ich gerne für einen Tag Jeffrey „Jeff“ Preston Bezos. Mit einem Vermögen von ca. 188 Milliarden US-Dollar gilt er als reichste lebende Einzelperson der Welt. Sein Blutgeld, das er unter anderem mit seinem Internetversandhandel Amazon verdient hat, würde ich flux in ein Stiftungsvermögen überführen, um ausschließlich altruistische und gleichzeitig ökologisch nachhaltige Drittweltverbesserungsprojekte, mit dem Ansatz Hilfe zur Selbsthilfe, durchführen zu können…

6. Welches Lieblingsessen hast du, und welchen Lieblingsdrink?
Lieblingsessen? Was ne Frage. Ehrlich? Und ich muss sie ehrlich beantworten. Tatsächlich nicht, wie man jetzt vermuten würde, Currywurst. Nein. Mein unschlagbares Lieblingsessen ist ein fulminantes Wiener Saftgulasch. 🙂 Mittlerweile bin ich aber eigentlich in der Küche dazu übergegangen herkömmliches Fleisch durch Wild zu ersetzen. Auch getriggert durch meinen ökologischen Fingerabdruck und weil es einfach lecker ist. Und zum Glück habe ich einen Jäger meines Vertrauens. 🙂

Die Frage des Lieblingsdrinks muss ja bei Barkeepern kommen. Definitiv ist das bei mir der Pisco Sour. Diesen Drink durfte ich tatsächlich das erste mal in der namensgebenden südamerikanischen Stadt entdecken, trinken und lieben lernen…

7. Welche Berühmtheit(en) bewunderst du für ihr gesellschaftlich-soziales Engagement?
Schwer zu beantworten. Gesellschaftlich-soziales Engagement erwarte ich eigentlich bei jedem/jeder von uns allen. Mein eigens lässt bisweilen auch zu wünschen übrig – neben Familie und Beruf bleibt dafür oft zu wenig Zeit. Aber es ist ja nach Berühmtheit(en) gefragt. Nina Hagen fällt mir spontan ein. Die deutsche Queen of Punk setzt sich engagiert für brasilianische Straßenkinder sowie Kinderkrankenhäuser in Indien und Tschernobyl ein. Das ist schon super.

Aber am beindruckensten finde ich – wenn man von der Tafel, die den Job eines überforderten Staates macht, absieht – die Fridays for Future-Bewegung. Man sollte das ganze tatsächlich nicht auf ihre Galionsfiguren (Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg oder Luisa-Marie Neubauer) reduzieren, sondern als Graswurzelbewegung betrachten. Imposant finde ich diese Entwicklung, die von der Jugend ausgeht und unterstelle ihr, dass sie zu einem Umdenken führen wird – spätestens in 10 Jahren, wenn aus den heutigen AktivistInnen die EntscheiderInnen von morgen werden. 🙂 Da kann der weiße Mann ab 50 aber einpacken…

8. Wenn du einen bestimmten Tag aus deiner Vergangenheit jederzeit wieder durchleben könntest: welcher wäre es?
Ein denkwürdiger Tag? Ist das ein schöner Tag oder ein Tag, an dem etwas einschneidendes passiert ist? Ein Fan von Angela Merkel würde wahrscheinlich den Tag nehmen, an dem er oder sie in einem Zelt vor dem Kanzleramt auf der Lauer lag, um die Person der Begierde abzupassen und im richtigen Moment ein Selfie mit ihr zu machen. Oder jemand, dessen sehnlichster Wunsch ein Parabelflug war, um ein Gefühl der Schwerelosigkeit zu erleben und diesen Wunsch irgendwann erfüllen konnte. Diese Person wird sicherlich den Tag des Fluges erneut durchleben wollen. Hm, trifft beides nicht auf mich zu. Vielleicht der Tag der Hochzeit? Oder noch früher, das erste Mal Sex? Oder noch weiter zurück, den Tag des ersten Kusses? Schwierig. Oder als ich meine Tochter das erste mal für längere Zeit im Arm halten durfte? Ganz schwierig…

9. Was war der größte Vertrauensbeweis, den du je gegeben UND erhalten hast?
Der größte Vertrauensbeweis? Das war vermutlich die Entscheidung meiner Frau und mir, gemeinsam Kinder in die Welt zu setzen. Das ist totales gegenseitiges Vertrauen pur. Eine bewusste Entscheidung für den/die Partner/in und natürlich auch für die Kinder da zu sein. Vor allem auf letztere. Kinder sind so was von unselbstständig, es braucht viel Zeit, Ausdauer, Geduld, Humor und was weiß ich noch alles bis so profane Dinge können, wie bspw. eine Schleife binden. Und ich kann bestätigen, dass sich das mit 6 Jahren wohl noch als eine recht knifflige Herausforderung präsentiert. Mit 2 Jahren scheitert es bereits an der kognitiven Vorleistung.

Aber für den/die Partner/in ist das ebenso wichtig, dass sie/er sich voll und ganz auf einen verlassen kann. Ist so. Die Realität zeigt uns ja, dass es nicht immer funktioniert. Da mag man gedacht haben, jetzt erbringe ich mal einen Vertrauensbeweis, so einen richtigen, halt. Dann ist das Kind da und auf einmal vertraut man sich doch nicht mehr gegenseitig, weil Dings halt. Und schon…

10. Du kannst deinem jugendlichen Ich einen Rat geben. Was würdest du sagen? 
Schwierige Frage. Ich könnte mir als 18-Jährigen den Rat geben, weniger Skateboard zu fahren und dafür eine Verweigerung zu schreiben. Dann hätte ich nicht zum Wehrdienst gehen müssen. Oder ich hätte mir geraten, kein Jurastudium zu beginnen, sondern gleich etwas was mir liegt. Was man allerdings direkt nach der Schule einfach nicht wissen kann und wer etwas anderes behauptet lügt oder ist ein selbst optimierender Roboter. Hätte ich Kunst studiert oder irgendwas mit Medien gemacht, dann hätte ich allerdings meine liebe Frau nicht kennengelernt und das wäre total schade gewesen, denn dann wäre auch der größte Vertrauensbeweis aus Frage 9 niemals zustande gekommen…

Es zeigt sich also, dass die Beantwortung dieser Frage gar nicht so einfach ist. Ich bin ja bereits in der Antwort auf Frage 2 auf den Schmetterlingseffekt eingegangen…

Unsere (Hanswursts und meine) Neu-Nominierungen gehen an:

Carax&VanNuys… Herr Carax und Valentin Van Nuys, die einfach aus ihren Leben schreiben. Danke!
cjlea… Christian Jonas Lea ist renitenter Autor, Werber und Worterfinder. Danke!
dermeckerling… seine Homeoffice-Beiträge versüßten mir das Homeoffice während des Lockdowns. Danke!
hopfenmädchen… schreibt über bier – zwar ausschließlich ohne großbuchstaben, aber ich lese es gern. danke!
Robert Zobel… ein Schriftsteller und Pareidologe, der „Dinge“ sieht und mit Stiften nachzieht. Danke!

Wenn jemand seine Nominierung nicht annehmen möchte oder kann, aus welchen Gründen auch immer, dann ist das so. Der Awesome Blogger Award ist ja auch eher so etwas wie ein Schneeball-Kettenbrief, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe… mir hat die Beantwortung der Fragen von Carax&VanNuys aber reichlich Spaß gemacht. 🙂

Und außerdem noch gut zu wissen: es gibt kein Zeitlimit bei dieser Nominierungs- und Weiterleitungssache. Ich bzw. Hanswurst wurde immerhin bereits im Mai diesen Jahres nominiert. Also – Hauptsache es macht Spaß. Hier nun die zehn Fragen, die ich an Euch Nominierte habe:

  1. Was war das Gemeinste, was du je getan hast?
  2. Wann und worüber hast Du zum letzten Mal gelacht?
  3. Was ist die nützlichste Sache, die du besitzt und warum?
  4. Wenn Du einen Wunsch, egal welchen, frei hättest – was würdest Du (Dir) wünschen?
  5. Was hättest Du niemals von Dir selbst erwartet und es doch getan?
  6. So viel zu erleben. Welches Gefühl, welches du realistisch betrachtet nie fühlen wirst, möchtest du gerne einmal nachempfinden?
  7. Wenn Du König/in von Deutschland wärst (Danke Rio Reiser!), welchen Staatsakt würdest Du als erstes durchsetzen?
  8. Deine „Dinner for One“-Version: Wenn Du vier (bereits verstorbene) Personen aus der Geschichte zum Essen an einen Tisch bringen könntest, welche wären das? Begründe Deine Wahl.
  9. Wofür hättest Du gerne mehr Zeit? Dein Tag hat 24 Stunden, ich schenke Dir eine zusätzliche Stunde, was machst Du in dieser Stunde?
  10. Wenn Du in die Rolle einer (fiktiven) Person schlüpfen könntest, welche wäre das? Wer würdest Du gern mal sein?

Ich freue mich auf Eure Reaktionen und insbesondere auf Eure Antworten liebe Nominierte. 🙂

Liebe Grüße und esst mal ne Currywurst und denkt dabei an mich!
Euer Flo aka Hanswurst

4 Kommentare

  1. Lieber Flo! Irgendwie konnte ich den Beitrag erst jetzt liken, warum auch immer?! 🤔

    Aber: „LIKE“, großes „LIKE“! 😅

    Ich glaube, so Einige hier werden nie wieder Currywurst essen können, ohne an deinen Blog und dich zu denken… Aber das ist eindeutig was Gutes! 😊

    Etwas verspätete Award-Grüße und deiner Familie und dir einen grandiosen Restsonntag! VVN

    Gefällt 1 Person

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