O’s Curry Mainz aka Sottiles Imbiss – oder in des Teufelsküche‘ Fußstapfen

Hanswurst will wieder eine Currywurst essen gehen. Also gut. Wir wollen zu Andis Schlemmerkiste bei der KFZ-Zulassungsstelle. Da Hanswurst kein Rad hat, setzen wir uns ins Auto und fahren nach Mainz-Hechtsheim. Dort müssen wir allerdings feststellen, dass der Imbiss geschlossen ist. Hm, was nun? Hanswurst kommt auf die Idee weiter zu Petrys Imbisswagen am Hagebaumarkt zu fahren. Wir gondeln so durchs Hechtsheim Gewerbegebiet und sind ein wenig verstört, dass hier scheinbar jedes zweite Auto der Polizei gehört. Meine Gedanken drehen sich akut im Kreis – mein Auto ist derzeit einäugig. Glücklicherweise scheint die Polente aber besseres zu tun zu haben, als uns anzuhalten. Vermutlich müssen die etwas jagen – Verbrecher oder Mittagessen. Oder auch beides. 😉

Wir kommen uns ein wenig wie die Bauern auf der Suche nach dem Jesuskind vor. Apropos Jesuskind und Bauern, heute ist übrigens Tag des Weihnachtssterns, aber auch Internationaler Tag der Neutralität. 😉 Auf einmal beginnt Hanswurst unvermittelt zu schreien und mit seinen Armen herumzufuchteln. Er fuchtelt so stark, dass wir wir glatt ein wenig ins Schlingern kommen – zum Glück kann ich am Straßenrand halten. Ganz aufgeregt versucht er mich davon zu überzeugen noch einmal umzudrehen und abzubiegen, er hätte da was interessantes gesehen. Und siehe da – Recht hat er. Gegenüber des Berufsbildungszentrums II steht ein kleiner Foodtruck. Nein – das kann doch nicht wahr sein. Das ist ein Truck von O’s Curry!

Seit Jahren versuche ich bereits hier einmal eine Bratcurry zu ergattern. Einmal hatte ich die Chance – ließ sie aber verstreichen. Leider bekam ich später nie heraus, wo der Wagen gerade steht und auf Facebook erhielt ich nie eine Antwort, trotz mehrfacher Anfragen. Jetzt also. Wir verlassen das Auto und schlendern zum Foodtruck um diese unverhoffte Chance nicht auch noch verstreichen zu lassen…

Erster Eindruck? Der Wurstbräter mustert uns. Hinter seiner Mund-Nasen-Maske mit dem Schriftzug „Sottiles Imbiss“ erkennt man nur sein Augenpaar. Wir wollen gerade bestellen, da donnert ohrenbetäubend ein Sattelschlepper vorbei. Nachdem die Ohren nicht mehr klingeln und eine trügerische Stille eingekehrt ist, bestellen wir uns unsere lang ersehnte Bratcurry mit Fritten. Kostet hier 6,50 Euro. Da die Fritten gerade in die Fritteuse kommen, warten wir noch ein paar Minuten bis wir die Pappschalen erhalten…

Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst kann sich sehen lassen. Handwerklich gut vom Metzger umgesetzt. Das gleiche gilt für den Bräter. Leider ist die Wurst nur lauwarm. Vermutlich hat der Wurtsbräter hier den Kardinalsfehler begannen. Die Bratwurst kleingeschnitten und dann festgestellt, dass die Fritten noch frittiert werden müssen. Die so wichtige Grundwärme der Wurst geht dann in der Frittierzeit stiften. Wäre die Wurst warm bis heiß gewesen, hätten sowohl Hanswurst als auch ich die Bestnote vergeben.

Die Currysauce scheint mir nix besonderes zu sein. Schade eigentlich. Bei einem Geschäftsmodell bei dem die Currywurst im Mittelpunkt steht und somit zum Kerngeschäft gezählt werden kann, sollte man eigentlich mehr Herzblut für die zugeschriebene Kernkompetenz erwarten können. Zumindest schmeckt die Fertigsauce nach Curry, ist sämig und lauwarm.

Die Fritten, die direkt von der Fritteuse in die Pappschale gelangen sind heiß, durch und salzig. Ganz nach unserem Geschmack. Zum Glück bekommen die Wurstscheiben, die unter den Fritten liegen, ein wenig ihrer Wärme ab. Die Fritten sind normal geschnitten, schmecken aber dennoch gut kartoffelig – genau das was ich gerade haben will.

Die Lokalität ist natürlich klassisch. Ein Imbisswagen vor der Kulisse eines Industriegebiets. Während wir hier an einem Stehtisch unsere Mantaschalen wegmümmeln hält ein LKW. Dessen Fahrer hat auch Lust auf eine Assischale. Kurz bevor wir hier aufschlugen, zogen zwei Berufsschüler ab. Hier ist ein stetes Kommen, Gehen und Fahren zu beobachten. Typisch Gewerbe- oder Industriegebiet. Lenke ich den Blick wieder auf den Imbiss. Der kleine Foodtruck bietet trotz seiner überschaubaren Größe genügend Raum für den Wurstbräter und ein gut organisiertes Imbiss-Interieur…

Fazit? Gute Wurst und gute Fritten. O’s Curry ist ein legitimer Nachfolger der früher an fast der gleichen Stelle beheimateten Teufelsküche. Diese wurde letztes oder vorletztes Jahr viel zu früh aufgrund gesundheitlicher Probleme des Betreibers geschlossen. Ist halt so. Aber dafür gibt es ja jetzt Sottiles Imbiss mit dem O’s Curry-Franchise Foodtruck…

Wo?

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