Lidl’s Currywurst Snack – Alles Würstchen oder was?

Hanswurst ist auf der Suche nach einem Mittagessen. Überall sind Schlangen, an die er sich nicht anstellen möchte. Teils drängeln sich ihm die Leute zu dicht aufeinander oder er denkt sich, dass er einfach keinen Bock hat sich irgendwo anzustellen, nur um dann etwas zu Essen zu kaufen, womit er womöglich gar nicht glücklich wird. Und da er jetzt schon so Gedanken wälzt und merkt, dass er sich in einer Miese-Stimmungsspirale befindet und davon definitiv keine bessere Laune bekommt, entschließt er sich kurzerhand gleich zu Lidl zu gehen – wenn schon keine Ansprüche, dann kannst’e auch gleich zum Discounter gehen…

Erster Eindruck? In der Fertigbackwarenabteilung findet Hanswurst den Currywurst Snack. Eigentlich genau zwei davon. Sie sehen aus wie Apfeltaschen. Er nimmt einfach beide, damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass zumindest einer davon eine Currywurst enthält. Puh, gar nicht so einfach – in dem Backwarenregalsystem muss man eine Art festinstallierten Löffelschieberdings manövrieren, um damit die Backware, bzw. der Currywurst Snack nach links in ein offenes Ausgabefach zu bugsieren. Dabei gilt es die Backware nicht zu verlieren und auch das letzte Hindernis in Form herunterhängender Metallbügel zu überwinden – gar nicht mal so einfach.

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Irgendwann klappt’s. Hanswurst stellt sich dabei zwar so ungeschickt an, dass ihm beinahe eine ältere Dame – trotz Corona – helfend zur Seite eilen will. Aber am Ende verschwinden die beiden Currywurst Snacks in einer Tüte aus einem Papier-Plastik-Verbund und das nur, damit man von außen in die Tüte hineinschauen kann. Das ist natür- und sicherlich für den/die Kassierer/in sehr praktisch.

Hanswurst schafft es nun auch noch die ältere Dame abzuwimmeln, sonst hätte er sich ihre Lebens- und damit auch Leidensgeschichte noch länger anhören müssen. Kurzzeitig denkt er daran sie in ein nahe gelegenes Café einzuladen, um ihr weiter zuzuhören, besinnt sich aber daran, dass jede Mittagspause endlich ist und verabschiedet sich zur Kasse – dort muss er leider noch mehrere Minuten anstehen. Hm, er denkt wieder über Menschenschlangen und so nach – hier ist auch nix gewonnen…

Wie hat’s geschmeckt? Mit seiner Beute aus dem Discounter findet Hanswurst einen halbschattigen Sitzplatz auf dem Grünstreifens der inmitten der Mainzer Kaiserstraße zu finden ist. Endlich packt er seine Tüte aus und beißt beherzt in den ersten Currywurst Snack. Hm, das ist eindeutig ein Wiener Würstchen denkt sich Hanswurst.

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Ein Wiener Würstchen also – auch genannt: Wienerli, Krenwürstchen, Frankfurter Würstl, Frankfurter, Saiten oder Thurner-Würstl. Ein kurzes davon. Das an sich schmeckt recht salzig. Und Hanswurst denkt gleich an Nitritpökelsalz. Ganz ehrlich wer tut das nicht beim Verzehr von hautfarbenen Wurstwaren? Vermutlich niemand. Aber Hanswurst tut es und auch daran, dass Nitritpökelsalz-behandeltes Fleisch in größeren Mengen konsumiert, krebserregend wirken kann. Buah… außerdem kommt die Wurst mit Sicherheit nicht vom Metzger aus der Region, sondern aus einer der großindustriellen Schlacht- und Fleischweiterverarbeitungsfabriken à la Tönnies, Westfleisch, Wiesenhof, Höneß und Co. Ok, bei 96,- Cent das Stück vermutlich auch kein Wunder. Darum:

Fairwurstet
Aufruf an alle VerwursterInnen und KonsumentInnen: FAIRWURSTET!!!

Die Tomatenmaße oder Currysauce fällt ein wenig spärlich aus – darum wirkt der Currywurst Snack ein wenig trocken. Dafür ist er aber ein wenig scharf – Hanswurst meint in der trockenen Pampe Chilikörner erkennen zu können, immerhin. Irgendetwas fehlt hier doch, denkt sich Hanswurst, aber was? Genau!! Das ist es! Curry. Die Pampe schmeckt irgendwie nicht nach dem Wunderpulver.

Allerdings scheint die Sättigungsbeilage in Form eines Blätterteigmantels auf der Oberseite gelb eingefärbt zu sein. Diese gelbe Farbe erweckt den Anschein von Curry. Wie immer bei Industrieprodukten ist es viel mehr der Schein und weniger das Sein, was ein Produkt auszeichnet. Der Blätterteig schmeckt so wie immer, fettig und schwer. es ist halt ein einfach und günstig herzustellender, haltbarer und sattmachender Teig. Kann man da dem Industriebackgewerbe einen Vorwurf machen? Sicherlich.

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In Coronazeiten draußen rum zulungern gehört für Hanswurst bereits zu einer leichten Übung. Und mit dem kleinen Plateau inmitten der Grünfläche auf der Kaiserstraße hat Hanswurst wirklich einen Glücksgriff getan. Er teilt sich mit drei weiteren Menschen das Plateau, die aus einem Handy marokkanisch klingende Musik hören. Zu einer Außentemperatur von beinahe 30 °C keine unpassende Geräuschkulisse. Und weiter hat er Glück, dass sich heute nicht eine einzige Wespe an ihn herantraut – liegt vielleicht am Chili? Er weiß es einfach nicht…

Fazit? Hanswurst will das nächste mal lieber wieder eine Currywurst essen gehen. eine echte. Und eine gute. Und so beschließt er möglichst bald Best Worscht in Town einen Wurstbesuch abzustatten…

… ach und nicht vergessen, morgen ist Weihnachten! 🙂🌲

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Wo?

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