FRITTENLOVE Superbude – EDELBEEF-Rind trifft auf Rösti

Es hat ein neuer Hipsterladen aufgemacht in der Stadt. Und das in Coronazeiten. Mutig. FRITTENLOVE „die Genussadresse in Mainz – regionale Lebensmittel, urbaner Lifestyle, internationale Aromen“. Aha. Da steckt tatsächlich ein Märchen hinter. Von einem altbackenen Sternekoch aus dem Ländle über ein Steakhouse bis hin zu hipen Frittenkreationen, Kichererbsenfritten, Tomatenfritten, Kürbiskernfritten and so on… Kann man wohl auch als TK-Ware im Supermarkt kaufen. Habe ich zwar noch nirgends gesehen, aber das heißt ja nix.

Egal, Hanswurst und ich müssen da hin, weil die zu ihren lustigen Fritten eben auch eine Currywurst Deluxe verkaufen. Das klingt nach einem Versprechen. Mal sehen ob die Frittenlover das auch einlösen können…

Erster Eindruck? Vorm Laden ist ein Displayaufsteller, der damit wirbt, dass FRITTENLOVE erfolgreich das Fernsehformat Höhle der Löwen im linearen TV bei VOX durchlaufen hat. Alle unter 20 fragen sich jetzt vermutlich, was der hier mit VOX oder linearem TV meint. Egal – man muss nicht alles wissen oder verstehen. Hanswurst tuts ja auch nicht. 😉

Die Wurstmenschen hier sind allerdings sehr nett. Wir haben dennoch den Eindruck, dass man noch ein wenig mit der Speisekarte und der Technik der Bestellaufnahme und des Bezahlsystems hat. Das legt sich sicherlich mit der Zeit. Also bestellen wir ne Currywurst mit Pommes. Auf der Karte steht:

Edelbeef Currywurst mit knusprigen Kartoffelrösti Stangen, Röstzwiebel Mayo, dazu Kopfsalat mit Joghurt-Limonen-Dressing

Auszug aus der Speisekarte

Kostenpunkt: 11,80 Euro.

Wie hat’s geschmeckt? Die Wurst entpuppt sich als eine Rindswurst – eine riesige Rindswurst. Oder genauer gesagt eine mit einem enormen Durchmesser. Scheint irgendwie nicht unbedingt für die EU-genormte Kauleiste geeignet zu sein. Was aber nett ist, ist die Tatsache, das die Wurst von der Mainzer Fleisch-Boutique EDELBEEF stammt. Die wirbt mit Nachhaltigkeit und allen weiteren Aspekten des positiven Umgangs beim Thema Fleisch und Fleischproduzent, also der toten Kuh. Das hebts ich natürlich enorm von der Durchschnittswurst von Tönnies und Co ab. Und ein regionales Unternehmen ist mit eingebunden, was ja auch immer sympathisch ist.

Wer mehr über die Geschichte der Rindswurst wissen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des Blog Rindswurstinferno. In diesem wird der Ursprung im hessischen Frankfurt anschaulich beleuchtet.

Hanswurst muss zugeben, dass ihm die Rindswurst schmeckt – also für eine Rindswurst eben. Ihm, mir auch, sind die Stücke/Scheiben zu groß geschnitten. Eigentlich sind es drei Hapse pro Scheibe. Vermutlich wollte man die Proportionen von Wurst und Pommes angleichen?

Die Currysauce gleicht eigentlich eher einem Ketchup. Zumindest von der Sämigkeit her. Geschmacklich liegt sie aber eher im wirklichen Saucenbereich. Ihre Balance ist tiptop und ihr Curryaroma ausgesprochen gut. Nur Mengenmäßig sieht es mal wieder mau aus – für Fritten und Wurst eindeutig zu wenig. Auch finden wir nirgends die in der Speisekarte erwähnten Röstzwiebeln – sind einfach nicht da. Schade.

Die Fritten sind überdimensional groß. Die Vermutung liegt nahe, dass Wurst- und Pommesdimensionen angepasst wurden. Es handelt sich nach dem ersten Bissen gar nicht um Fritten im herkömmlichen Sinn, sondern um frittierte Kartoffelröstistäbchen. Das ist schon krass. Der Geschmack ist toll. Sie schmecken tatsächlich nach Rösti. Das Röstidasein bewirkt scheinbar auch die Krossheit des Äußeren. Genial. Sowohl Hanswurst als auch ich sind mehr als begeistert von diesen Kartoffelröstistäbchen. Auch nett ist natürlich der fein gehobelte Kopfsalat mit Joghurt-Limonen-Dressing. Lecker.

Die Lokation ist hipstermäßig eingerichtet und trifft vermutlich den Nerv der aktuellen Mode. Ist ja auch ok. Ein herkömmlicher Schnellimbiss ist es nicht und will es auch nicht sein. Das Personal macht einen netten und engagierten Eindruck. Nett ist die regionale Verbundenheit – neben der Wurst von EDELBEEF gibt es Craftbeer der hiesigen Beerworkshops Kuehn Kunz Rosen und Eulchen. Das ist ein guter Start für FRITTENLOVE…

Fazit? Leckere Wurst, sehr leckere Fritte (die eigentlich keine sind) und gutes Craftbeer. Weiter FRITTENLOVE. Ich muss auf jeden Fall noch Eure Kicherbsen- bzw. Falafelpommes testen! 🙂

Wo?

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