Rewe’s heiße Theke I – „Curry Wurst mit Brötchen“

Hm… Der Hanswurst hat Hunger. Es ist so gegen halb 12 Uhr mittags. Also steht er auf. In der Glotze läuft eh nur Mist. Drum saß er bis eben einfach am Fenster und schaute raus. Der Frühling ist da und ein Amselpärchen ist derzeit emsig dabei ein Nest auszubauen. Vermutlich kommt der Nachwuchs bald. Ist besser als Kino. Kinos sind momentan gar nicht geöffnet.

Ein Blick in den Kühlschrank lässt Hanswurst erschaudern. Eine hab ausgepresste Tube Tomatenmark teilt sich den reichlichen Platz mit einem schrumpligen Apfel und einer halbleeren Flasche Ricard. Also muss er raus. In den Bannkreis der Menschen. Zu den Coronaviren. Wenn er nur schnell zum Rewe ums Eck geht wird’s schon gehen. Der Imbiss ums Eck hat leider Pandemie-bedingt schließen müssen. Die heiße Theke wird schon was haben – Leberkäs oder Frikadelle in der Semmel oder so…

Erster Eindruck? Der Hanswurst latscht zum Rewe. Der Rewe liegt direkt neben einer Schule, so’nem Schuppen für’s Bildungsbürgertum. Hat auch einen unverständlichen Namen, klingt irgendwie nach ner Butter oder Margarine. Er weiß beim besten Willen nicht, warum jemand sein Balg auf eine Margarinenschule (oder so) schicken sollte? Der Rewe ist voll – voll mit Schülern. Die sind laut und hektisch. Trotz Gesichtsmasken. Er ist dann immer so langsam, sieht nur die Hälfte und das Atmen fällt schwer. Diesen jungen Menschen wohl eher nicht.

Der Hanswurst schiebt sich durch die Maße der pubertierenden und stinkenden Jugendlichen. Warum müssen die nur so stinken? Nase zu und durch. Zum Glück kommt er bei der heißen Theke gleich dran. Er will sich schon ne Pizzafleischkässemmel bestellen, da erblickt er den Warmhaltetopf mit Currywurst in Tunke. Super. Mit ner Semmel kostet ein Pappbecher voll Currywurst nur 2,30 Euro. Der Hanswurst, der alte Schnäppchenjäger freut sich wie bolle…

Wie hat’s geschmeckt? Mit der (gejagten) Wurst verzieht sich der Hanswurst auf eine Parkbank. Die steht neben so einem Relikt aus den Zeiten, als die Deutschen noch ein kollektives Bewusstsein hatten. Aus einer Melange aus (Volx)-Trauer, geknicktem -Stolz (weil einen Weltkrieg kann man ja mal verlieren, aber gleich zwei? Da muss eine Weltverschwörung im Gange sein…) und eigentlich auch egal. So ein komisches Ehrenmal halt, nicht mal zur Mahnung. Hanswurst fragt sich, warum nicht schon ernsthaft ein städtischer Bauunternehmer das Dingens in einer Nacht-und Nebelaktion abgerissen hat. Na ja, da sitzt er nun und kaut auf seiner Worscht rum.

Die Wurststücke im Töpfchen sind zahlreich. Mindestens 7 Endstücke zählt er. Bei einer Currywurst doch durchschnittlich zu viele. 😉 Die Wurst ist recht fest im Biss. Liegt vermutlich an dem Zustand des langsam-Garens-in-Currytunke, denkt sich der Hanswurst. Er muss da mal jemanden fragen, der sich mit sowas – also Küchen-Koch-Zeugs – auskennt.

„Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei.“

Krause & Ruth

Die Currysoße ist ne astreine Fertigsauce. So mag der Hanswurst das. So hat er’s kennen gelernt, so mag’s der gemeine Imbissteutone am liebsten, gell? Und mal ehrlich. Der Hanswurst hätt’s auch nicht anders erwartet – bei ’ner heißen Theke vom Rewe. Er freut sich auch darüber, dass die sämige Currysoße pikant bis scharf ist.

Als Beilage kommt hier ein kleines festes Brötchen. Der Hanswurst hat beobachtet, wie die Wurstfrau das aus dem Fundus der „Frisch“backwaren genommen hat. Legitim. Ist ja alles Rewe. Da müssen die einzelnen Abteilungen schon zusammenhalten. Konserven mit Tiernahrung, Kosmetik und Körperpflege mit Tiefkühlkost, Frischobst und -gemüse mit den Spirituosen und eben auch die Back- mit den Wurstwaren. Logisch. Man muss heutzutage groß denken, bereichsübergreifend – das große Ganze im Blick haben. Aha. Die Semmel ist und bleibt dennoch armselig.

Der Rewe ist recht klein und eng, übervoll mit Schülern, der Hanswurst fühlt sich hier nicht wohl. Aber immerhin kann er hier ungenant (im Sinne von gesprochen: unjenant) mit seinem Kleingeld zahlen. Seine Bankkarte hat er gerade verlegt, aber das ist eine andere Geschichte…

Fazit? Mäßige Wurst, mäßige Currysauce, kack Semmel und ein kleiner alter Rewe. Aber super soziales Preis-Leistungsverhältnis findet Hanswurst…

Wo?

Und weil heute der Würstchen-im-Schlafrock-Tag ist, nimmt sich der noch im Schlafanzug befindliche Hanswurst einen alten Eimer aus’m Kabuff und geht noch ein paar Frösche retten. Nee, doch nicht – doch! Heute ist nämlich auch der Rettet-die-Frösche-Tag. 🙂

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