Petersilie – Currybockbratwurst oder wie jetzt oder was??

Der Currywurstbotschafter Hanswurst ist heute mal wieder im Auftrag des Hungers unterwegs. Und dieser führt ihn in das teilmarode Gebäude des Mainzer Kaufhauses Galeria Kaufhof. Dieses Kaufhaus zeichnet sich allerorten neben seinem breiten Sortiment natürlich auch durch seine tollen kantinengleichen Restaurants aus. Selbst Hanswursts Oma (ruhe sie in Frieden) ging regelmäßig bei Karstadt, Hertie und Konsorten gezielt Mittag oder Kuchen essen. Hanswurst wandelt also gewissermaßen, irgendwie oder so ähnlich auf den Spuren der Vorfahren.

Erster Eindruck? Einige Freunde*innen seiner Vorfahren sind auch heute hier zum Essen. Alle sitzen einzeln an Tischen und starren entweder in die Leere oder auf ihre Teller. Liegt es an Corona oder am Alter? Er weiß es nicht – ein leiser Anflug von Melancholie legt sich ihm auf die Schultern. Er schüttelt sich kurz und bestellt eine Currybratwurst mit Fritten…

Wie hat’s geschmeckt? Bratwurst? Sogar Rostbratwurst? Gibt es scheinbar nicht. Überall ist zwar Rostbratwurst ausgezeichnet, aber das einzige was da rumliegt und dann auf seinen Teller wandert ist eine „große“ Bockwurst. Erstaunlich. So erstaunlich, dass Hanswurst glatt vergisst die Kantinenfrau danach zu fragen. Die Wurst schmeckt dann auch wie eine Bockwurst. Eine Bockwurst, die einige Zeit unter einer Wärmelampe verbracht hat, bis sie als Currywurst auf den Teller hüpfen durfte. Und wie es sich für eine Bockwurst gehört, wird sie auch nicht geschnitten. Zumindest nach Hanswursts Erfahrungswerten zu schließen.

Die Currysauce ist leicht scharf. Ihr Löwenanteil besteht aus Tomaten oder einer Tomatenmarkmischung und ähnelt sehr einem Ketchup. Die Tomatensäure ist herauszuschmecken, das Curry zum Glück auch. Das mit der Schärfe findet Hanswurst verwunderlich bei dem Publikum. Seine Vorurteile sieht er nicht bestätigt: ältere Menschen essen eher geschmacksneutral, sei es, dass sie im Laufe ihrer langen Leben ihren Geschmackssinn eingebüßt haben oder sie pikantes Essen und Gewürze einfach nicht mehr so vertragen. Wie auch immer, die hiesigen Rentner*innen essen gerne scharfe Currywurst.

Die Pommes sind heiß und schmecken sogar nach Kartoffel. Schöner purer Kartoffelgeschmack, guter Krossbiss, samtiges Inneres – also nix Mundwüste. 😉 Der Salzgehalt stimmt auch. Lediglich in der Farbe könnte nachgelegt werden. Hier endet die Farbenlehre trotz Sonnenschein bei blassgelb.

Die Petersilie ist eine Systemgastronomie durch und durch – gehört dieses Kaufhof-Selbstbedienungs-Restaurant doch zur Familie der Dinea Gastronomie GmbH. Diese ist wiederum eine Tochterfirma der Galeria Kaufhof GmbH. Also alles Familie hier. Das mit der Systemgastronomie ist dann wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum eine Bockwurst anstelle einer Bratwurst angeboten wird. Der Firmensitz ist in Köln – vielleicht isst man dort besonders gerne die Currybockbratwurstvariante? 😉

Fazit? Wie immer in Systemgastros ist es Einheitsware, die man bestellt und auf den Teller bekommt. Dafür, dass hier mit einer Bratwurst geworben, aber nur eine Bockwurst ausgegeben wurde, kann Hanswurst nicht zufrieden sein. Überrascht ist er aber wirklich von den Fritten. Sehr solide – wirklich…

Wo?

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