Armee-Currywurst mit Fritten von den Reservist*innen aus Ramstein

Rheinland-Pfalz-Tag und ich muss mit den Kindern die Einsatzmeile besuchen. Feuerwehr, alt und neu, Polizei, das THW und die DLRG, aber leider auch die US Army und die Bundeswehr. Und die Kinder sind begeistert von den Panzern. Ich stehe leicht abseits, trage ich doch heute mein „Antifa Bike Club“-T-Shirt und raune den Kindern zu, dass Panzer kacke sind. Interessiert die nicht und so schauen sie sich die Ungetüme auch noch von innen an und dürfen sogar auf die Panzer drauf klettern. Mal ehrlich, wie beknackt muss ein Land sein, um seinen Panzern Namen zu geben. Ich dachte, die Menschen hätten ihre Lehren aus dem 2. Weltkrieg gezogen, wo man Tiger, Panther und sogar eine Maus hatte. Heute stehen hier Marder, Wiesel und Fuchs. Gute Nacht sagt da der Hase.

Die Kinder haben irgendwann dann Hunger und so stehen wir bei der Suppenküche, Gulaschkanone, ach nein Feldlazarett an. Nee auch nicht. Es ist ein Zelt der „Reservisten Kameradschaft Ramstein-Landstuhl“. Klingt irgendwie nach Nazis. Kann mir nicht helfen. Beim Blick ins Zelt denke ich aber gleich, dass es die Welt auch nicht gut mit all seinen Lebewesen gemeint hat, aber immerhin scheint hier Inklusion groß geschrieben zu werden. Also kaufe ich für 15 Euro zwei Asischalen…

Erster Eindruck? Hier stehen Soldaten oder ehemalige Soldaten oder die es hätten werden wollen und ihre Muttis hinterm Tresen und am Grill. Der Grill der Truppe. Auch wieder Pfälzer. Ich habe es bei diesem Rheinland-Pfalz-Tag doch irgendwie mit den Pfälzern. Es hätte auch noch die Pfälzer Spezialität einer Curryfrikadelle gegeben…

Wie hat’s geschmeckt? Die weiße ist eine herkömmliche feine Bratwurst. Leider ist sie komplett unauffällig, bzw. bleibt sie nicht im Gedächtnis. Ihre Konsistenz ist labbrich und im Geschmack eher fad. Immerhin ist sie geschnitten.

Die Currysauce ist interessant. Sie hat eine recht helle Farbe und eine Beschaffenheit, die nach selbst gekocht und püriert ausschaut. Leider ist sie ebenso wie die Bratwurst unscheinbar und fad. Das Curryaroma weiß sich leider auch nicht durchzusetzen, gleichwohl es ihm die Sauce wirklich einfach macht.

Hm. Die Fritten sind hier noch das beste. Obwohl auch eher durchschnittlich. Heiß sind sie – jawoll. Aber Salz fehlt und ein wenig schlaff sind sie auch. Ist heute irgendwie nicht ganz der richtige Tag für ne Asischale.

Die Reservist*innen sind aber sehr bemüht. Hier scheint auch inklusiv gearbeitet zu werden. Das ist gut so. Vor einem in Flecktarn angepinselten Container fuhrwerkt ein mehrköpfiges Team herum, nimmt Bestellungen auf, kassiert, flitzt nach hinten zum Container, in dem die Imbissküche untergebracht ist, und karrt das Essen ran. Halbwegs gut organisiert scheint das abzugehen. Vermutlich sollte man beim Militär nix anderes erwarten. Hoffen kann man wohl nur, dass die Reservist*innen nicht mehr dem Beschaffungsprozess der Bundeswehr unterliegen…

Fazit? Lasche Currywurst mit Fritten. Aber irgendwie nett mit anzusehen, also die Inklusion-lebenden-Reservist*innen meine ich… 🙂

Wo?

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