Eine Currywurst beim Harzer Schnitzelkönig

Mal wieder im Harz unterwegs. Heute in überschaubaren Lautenthal, das zum ebenfalls überschaubaren Langelsheim gehört. Dort befindet sich ein Restaurant namens Harzer Schnitzelkönig.

Erster Eindruck? Ein Restaurant mit einem relativ großen Parkplatz, der durch ein eigens Schrankensystem „gesichert“ ist. Vermutlich damit hier keine Wandersleute unentgeltlich parken. Das Restaurant wirbt bereits im Namensschild damit ein, bzw. das XXXL-Restaurant zu sein. Mit dem Parkplatz wird hier schon mal ordentlich vorgelegt. Drinnen wird ordentlich gewirbelt. Platz gibt es hier reichlich – vermutlich für 100 bis 150 Personen. Die Bedienungen sind recht nett und zuvorkommend und auch für die kleinen Gäste gibt es Gedöns, wie bspw. Malsachen. Dann kann ich wählen, zwischen der normalen 180g-Currywurst und der XXXL-Currywurst mit sagenhaften 750g. Und dann kann man das auch noch höllenscharf machen: 250.000 Scoville. Also Hölle. Ich entscheide mich für die normale Currywurst mit Fritten. Alles andere wäre pervers und moralisch in keinster Weise vertretbar…

Wie hat’s geschmeckt? Die Currywurst ist eine Bockwurst. Wie hätte es hier im südlichen Norddeutschland auch anders sein können. 😉 Dafür schmeckt sie aber recht gut – salzig, aber dennoch fein. Die Wurst ist leicht gebogen und vermutlich in einer Fettwanne gebraten worden. Auch ist sie nicht geschnitten – auch so ein norddeutsches Ding.

Die Currysauce versteckt sich zum größten Teil unter den Fritten. Wenn man das erstmal herausgefunden hat, reicht sie vortrefflich für die Wurst. Geschmacklich ist sie viel zu süß. Sie dürfte ruhig noch ein wenig Säure und ein wenig mehr pikante Note vertragen.

Die Fritten hingegen sind überaus gelungen. Sie schmecken nicht nach altem Frittierfett, was in letzter Zeit ja leider öfter vorkommt – selbstverständlich den gestiegenen Fett- und Ölpreisen geschuldet. Die Fritten sind knusprig und ihnen gan zzart. Das liegt sicherlich an der, vermutlich belgischen, Zubereitungsart. Ganz großes Kino. 🙂

Die Location ist sauber und in Ordnung, das Personal freundlich und kompetent. Das Konzept jedoch finde ich mehr als fragwürdig. Objektiv betrachtet ist 3/4 der Kundschaft hier ordentlich übergewichtig und bestellt überwiegend die XXXL-Gerichte, wie 1 kg-Schnitzel, 1,2 kg Rumpsteak oder einen Burger mit 30 cm Durchmesser. Das ist schon sehr verrückt, auch wenn man bedenkt, dass es hier Urkunden fürs Schnellessen gibt. So hat wohl jemand die 750g-Currywurst in nur 3 Minuten verschlungen. Das ist doch Raubbau am eigenen Körper und von Nachhaltigkeit muss man hier wohl erst gar nicht anfangen…

Fazit? Eine ordentliche Currywurst mit ausbaufähiger Currysauce. Dafür aber grandiosen Fritten. Die besten die ich seit langem gegessen habe. Und das XXXL-Konzept vom Schnitzelkönig. Na ja…

Wo?

2 Kommentare

  1. Diese Schnelless-Wettbewerbe finde ich auch echt fragwürdig, lieber Flo – und das nicht nur, weil ich *ich* bin… 😅

    Essen wertzuschätzen und nur das zu nehmen, was man tatsächlich verbraucht, halte ich (ebenfalls) für extrem wichtig. 🙂

    Ich glaube, so ein XXXXL-Restaurant an sich wäre aber gar nicht das Problem, vorausgesetzt (!), die Gäste würden zwar aus Gaudi Riesensteaks o.ä. bestellen, sie aber dann *in der Gruppe* teilen/komplett aufessen. Das könnte sich sogar rechnen, doch wenn so offen zu Verschwendung aufgerufen wird, und jeder unbedingt auf Teufel komm raus ein eigenes haben muss, isses doof. 🤔

    Schwierig. Immerhin hattest du mit den Fritten Freude. Alles Liebe! VVN

    Gefällt 2 Personen

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