Gasthof Grün – über integrative Kartoffelbreistäbchen und Karl Marx

16.04.2019 – es ist Dienstag und beim Gasthof Grün steht heute eine Currywurst auf dem Speiseplan. Also entscheide ich mich gegen die Kantine und verabrede mich mit einem wurstaffinen Freund, der dankbarer Weise Zeit und Lust auf eine mittägliche Phosphatstange hat…

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Erster Eindruck? Der Gasthof Grün ist ein Restaurant/Café, das zur GPE gGmbH gehört. Diese betreibt unter anderem eine Reihe von integrativen Kantinen oder Cafés in Mainz, bspw. auch das Casino im Rathaus.

Der Gasthof Grün liegt gut erreichbar in der Mainzer Neustadt. Als mir der nette Wurstbratmann meine Bratwurst auf den Teller legt, fragt er mich, ob ich mir meiner frappierenden Ähnlichkeit mit Karl Marx bewusst bin. Erst fühle ich mich ein wenig überrumpelt, dann muss ich aber relativ schnell schmunzeln und es entspinnt sich ein kurzes Gespräch über Bärte und Marx‘ Frühschriften.

Bevor wir die Vorteile des Sozialismus gegenüber dem Kommunismus erörtern können, schiebt mich mein Freund, der vermutlich fürchtet mal wieder eine kalte Phosphatstange essen zu müssen (vgl. Casino im Mainzer Rathaus – auch GPE gGmbH), weiter zur Salatbar…

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Wie hat’s geschmeckt? Die Bratwurst verdient vermutlich das Prädikat „ganz ordentlich“. Leider lag die Wurst schon ein wenig rum und lauwarm ist sie auch. Geschmacklich eher Durchschnitt – sie drängt sich zumindest nicht auf. Die Currysauce gefällt mir leider auch nicht so sehr. Hierbei handelt es sich eher um eine Tomatensauce, die erst durch das Currypulver, das man hier selber mit einem Teelöffel punktuell auf sein Essen streuen kann, zur Currysauce wird.

Zwei Dinge. Erstens – schafft Euch bitte einen Streuer an, damit das Pulver gleichmäßiger verteilt werden kann. Mit dem Teelöffel – und hierbei ist es völlig egal, wie fit man motorisch veranlagt ist – ist hier jeder Grobmotoriker. Zweitens – Curry entfaltet seinen Geschmack erst so richtig, wenn es, am besten in einer Sauce, erhitzt wird. Also bitte das nächste mal bereits während des Kochens verwenden.

Röstistäbchen sind irgendwie nicht so doll. Von der Konstistenz eher zäh, bestechen sie auch nicht durch einen besonderen Kartoffelgeschmack. Vermutlich muss man Rösti mögen – wobei ein richtiges Rösti nochmal anders schmeckt. Besser. Ich war im Casino im Mainzer Rathaus auch schon nicht begeistert von diesen Dingern.

Der Gasthof ist als Lokation schon recht nett. Mir gefällt das integrative Konzept sehr und vom Interieur her bietet der Gasthof Grün ein sehr gemütliches Erscheinungsbild. Sehr schön ist auch die überdachte Terrasse im Hof, die wir aufgrund des schönen Wetters gewählt haben…

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Fazit? Angeblich kann man im Gasthof Grün gut frühstücken. Der reguläre Mittagstisch soll auch nicht schlecht sein. Fein ist definitiv der integrative Charakter. Aber Currywurst? Muss nicht sein – 13 (von 25 möglichen) Punkte, die vornehmlich durch die gute Lokalität zustande kommen, rechtfertigen nicht den Verzehr einer Phosphatstange. Dennoch – hier kann man gut und gerne hingehen, wenn man irgendetwas anderes essen möchte…

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